Neue Gedichte

 

 

 

Früh am Morgen

lange bevor der Geist

sich klärt

und das erste Licht

die Pupillen ganz durchdringt

lächeln sie den Tag wach

zwischen den schwarzen Bohnen

unermüdlich

in der gerösteten Luft

duftend nach Brot und Kaffee

goldbraun und schwarz

und immer gekrönt

von den herrlichen Ornamenten

der Milchschaumkünstler

 

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Wie lieb ich manchmal doch

die schlimmen Menschen

wie diese, die dort ihren Lieben winken

wässrige Augen lächeln schmerzgeflüstert

der Zwischenraum füllt sich mit fremdem Atem

 

Vergessen will ich dann wie Menschen sind

und Schuld und Bosheit werden weiß vernebelt

durch das Verbundene das quälend leuchtet

und durcheinanderwirbelt meine Festung

 

Wie Hände, die sich liebevoll berühren

und fremde Hände halten, nicht zu straucheln

wie Stimmen zueinander sich ergänzen

in Harmonie, die alle Schwärze löst

 

Wie sie versuchen zu verstehen, scheitern,

gebeutelt von Gefühl verlegen standhaft

allein in festen Panzern aus Wutnebel

sich lösen in Gewimmel und Gefick

 

Wie lieb ich manchmal doch

die schlimmen Menschen

wie jene dort, empfangend ihre Lieben

wässrige Augen, lachend glücksbeseelt

sich liebend atmend ohne fremden Raum.

 

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